Twylah – Ihre Twitter Aktivitäten auf einer Seite zusammengefasst

Kennen Sie Twylah? Nein? Dann lohnt es sich möglicherweise, einen Blick zu riskieren. Twylah finden Sie hier: http://www.twylah.com. So weit es mir bekannt ist, muss die Einrichtung einer Seite bei Twylah immer noch beantragt werden. Sie können sich also nicht einladen lassen. Bei mir dauerte die Bearbeitungszeit (vor einem halben Jahr) etwa zwei Wochen. Möglicherweise geht es inzwischen jedoch schon schneller.

Was ist Twylah?

Twylah ist ein Dienst, der automatisch eine aktuelle Zusammenfassung Ihrer Tweets im Internet zur Verfügung stellt. Dabei werden sie thematisch bzw. nach Schlüsselwörtern gruppiert und wie in einer Art Online-Schaufenster präsentiert. Im Unterschied etwa zu paper.li werden jedoch strikt nur Ihre eigenen Tweets verwendet.

Man könnte deshalb von einer Art Fanpage für die eigene Twitter Präsenz sprechen, so etwas wie eine Twitter-Unternehmensseite. Da Twitter angeblich 25.000 Dollar pro Jahr für solche Unternehmensseiten verlangen will, erscheint Twylah als interessante Alternative.

Was bietet Twylah?

In der Eigenwerbung geht Twylah davon aus, dass Sie über Ihr geschäftliches Twitterkonto eine (illustrierte) Geschichte Ihres Unternehmens, Ihrer Marke erzählen. Daher besteht das Angebot von Twylah in der Bereitstellung einer Seite, die Ihre Tweets automatisch sammelt und nach Stichworten gegliedert aufbereitet. Die Twitter-Botschaften über Ihr Unternehmen werden dadurch an einer zentralen Stelle gesammelt. Das interessierte Publikum hat es damit leichter, mit einem Blick zu erfassen, worum es in Ihrem Unternehmen geht.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Ihre wichtigsten bzw. beliebtesten Tweets immer an einer herausragenden Stelle stehen. Die Tweets zu den drei wichtigsten, von Ihnen bestimmten Schlüsselwörtern stehen immer vorne, oben auf der ersten Seite. Damit wird deren „Lebensdauer“ verlängert.

Während sie bei Twitter recht schnell in der Timeline nach unten wandern und „verloren gehen“, bleiben Ihre Tweets bei Twylah über die Navigation noch lange und einfach erreichbar. Nach dem Klick auf einen interessanten Tweet werden über „related Tweets“ weitere Infos zum jeweiligen Hauptbegriff angezeigt. Damit können Ihre Leser auch Tweets finden, die Sie vor längerer Zeit zum Thema veröffentlicht haben.

Twylah einrichten und nutzen

Diese Zusammenfassung der Informationen über Ihr Unternehmen und Ihr Angebot bietet in meinen Augen einen großen Mehrwert. Umso besser, dass Twylah ebenso gratis zu nutzen ist wie Twitter selbst. Ein Nachteil von Twylah ist für deutschsprachige Nutzer natürlich wieder einmal die Sprache: Twylah ist derzeit nur auf englisch verfügbar. Für deutschsprachige Nutzer eventuell eine kleine Hürde.

Das Einrichten selbst ist jedoch recht einfach. Es gibt nur zwei Konfigurationsoptionen. Einmal gibt es die Möglichkeit, das Layout zu bestimmen. Die Optionen sind allerdings sehr überschaubar: Square (rechteckig), Horizontal und Vertical. Unter dem Punkt „Resources“ gibt es dann noch die Möglichkeit, das PowerTweet Bookmarklet (eine Art TweetLonger) in die Navigationsleiste Ihres Browsers zu integrieren. Weiter unten gibt es noch Badges für Ihren Blog bzw. ihre Homepage.

Unter dem Menüpunkt „Manage Topics“ können Sie die drei wichtigsten Schlüsselwörter zu bestimmen. Das geschieht durch Herüberziehen eines der angebotenen Stichwörter mit der Maus. Eine weitere Konfigurationsmöglichkeit ist das Ausschließen von höchstens 10 Schlüsselwörtern, die ebenfalls per „Drag and Drop“ aus dem Pool der bereits aus den Tweets gesammelten Themen genommen werden können.

Die Twylah-Nutzung erfordert Disziplin beim Twittern

Es ist ein grundlegendes Merkmal von Twylah, dass die Themen bzw. die Schlüsselwörter automatisch aus den Tweets herausgesucht werden. Hier ist man als Twitterer gefordert, auf seine Tweets zu achten. Beispielsweise sollten Grüße und Empfehlungen entweder direkt @Twitterer oder mit eintsprechendem #Hashtag abgesetzt werden.

Sie sollte beim Twittern sehr penibel darauf achten, dass Sie ihre Themen mittels #Hashtag kategorisieren. Vermutlich ist eine eher grobe Kategorisierung besser, damit es bei einer überschaubaren Themenvielfalt bleibt. Es sollten bei Firmen oder auch Vereins- oder Themen-Accounts auch überwiegend über die Hauptthemen getwittert werden.

Bei einem Twitterer-Verzeichnis wie DeutschTweetor ist das eine ziemliche herausforderung. Begriffe wie „Tagestipp“, „Empfehlung“ oder auch „Grüße“ werden als Schlüsselwörter genommen. Wörter wie „wünsche“, „heute“ oder „herzlich“ sind leider auch weit oben dabei und sollten über die Konfiguration ausgeschlossen werden.

Sie sollten sich nach wie vor jedoch hüten, zu viele Werbetweets zu posten. Ich würde empfehlen Werbung per Hashtag abzugrenzen, wenn Sie denn glauben, unbedingt Werbetweets versenden zu müssen. Twylah ermöglicht es jedoch, Interessenten auf die eigenen Präsenzen wie Homepages, Blogs und Social Media Seiten zu locken. Vor allem Ihre Kompetenzen lassen sich über Twylah bestens zusammenfassen und in den Vordergrund stellen.

Weitere Informationen zu Twylah

Twylah stellt ein Feature zur Verfügung, das sich PowerTweet nennt und Tweets zulässt, die mehr als 140 Zeichen enthalten. Wenn Sie keine Facebook- oder Google+-Seite haben oder auch Tweetlonger nicht nutzen, könnte das interessant sein. Im Konfigurationspunkt „Resources“ können Sie – wie bereits erwähnt – das Bookmarklet in in Ihren Browser integrieren. Vermutlich wird diese Möglichkeit jedoch eher weniger zum Entschluss beitragen, Twylah zu nutzen.

Rechts oben befindet sich ein Button, der es Interessenten ermöglicht, auf einfache Weise Follower Ihres Twitter-Accounts zu werden. Das ist bestimmt keine schlechte Idee und hilft hoffentlich, den einen oder anderen Follower zu gewinnen.

Einen guten und informativen Artikel zu Twylah hat Jan Firsching verfasst. Bitte hier lang: http://jfinterest.wordpress.com/2012/03/13/25-000-sparen-und-twylah-statt-einer-twitter-seite-nutzen/

Twylah hat zu einem kurzen Blogpost von Robert Scoble verlinkt, der seine Ansicht kurz und prägnant in 6 Punkten zusammenfasst: http://scobleizer.com/2011/05/25/twylah-lets-media-brands-and-celebrities-monetize-their-twitter-stream/

Die 6 Punkte habe ich sehr frei aus dem Englischen übertragen:

  1. Twylah unterstützt SEO für Google und Bing.
  2. Twylah präsentiert Tweets in einem viel freundlicheren Format
  3. Twylah stellt mehr Gelegenheiten zum Geldverdienen bereit (angeblich ist dort Platz für eine Anzeige ==> hab ich bei mir noch nicht entdeckt!)
  4. Twylah kann auf die eigene Domain gesetzt werden. Besucher bleiben dann immer auf Ihrer geschäftlichen Domain.
  5. Sie behalten die Kontrolle über das, was dort steht. Besucher werden nicht von den Tweets anderer abgelenkt, wie es in Twitter der Fall wäre.
  6. Sie bekommen großartige Statistiken darüber, wohin und worauf Ihre Leser klicken. (Auch dieses Feature habe ich bislang nicht finden können, falls es denn so gemeint ist. Zumindest habe ich hierzu nirgendwo bei Twylah etwas gefunden)

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Twylah bei vernünftiger Einstellung und Anwendung ein sehr gutes Tool sein kann, um Twitter in eine Unternehmensseite zu bündeln und damit auch den Traffic auf Ihrer Homepage / Ihrem Blog zu erhöhen. Wie es in Deutschland akzeptiert und sich etablieren wird, bleibt abzuwarten. Ich persönlich würde mich über ein entsprechendes Tool für die deutschsprachige Twitter-Welt sehr freuen. Wäre doch vielleicht eine Geschäftsidee?

Sie haben bestimmt noch einige Fragen zu Twylah. Nutzen Sie bitte einfach die Kommentarfunktion 🙂 Ich freu mich über jede Anregung und jede Frage 🙂

Bis demnächst …

Ich freue mich übrigens auch darüber, wenn Sie bei meiner Facebook-Seite vorbeischauen … und natürlich auch über ein „gefällt mir“, sollten Ihnen meine Bemühungen gefallen 🙂 Danke! — Hier folgen Sie mir auf Twitter: @DeutschTweetor

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